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Emo-Style

« Viele Klischee – doch was steckt wirklich dahinter? »

Der Emo-Style ist zweifelsohne allgegenwärtig, und der Look sieht zugegebenermaßen immer äußerst kreativ aus. Wer weiß, was sich hinter der beliebten Jugendmode verbirgt, kann nach Herzenslust selber mit den markanten Kleidungsstücken, Accessoires und Styling-Tricks experimentieren.

Das steckt hinter dem Emo-Style

Emos halten sich für besonders emotional, sind ständig deprimiert und neigen zu autoaggressivem Verhalten? Bitte streichen, denn all diese bekannten Stereotypen erfreuen sich zwar weiter Verbreitung, aber basieren nicht auf Tatsachen. Vielmehr leitet sich die aktuell so beliebte Jugendmode von einer speziellen Musikrichtung ab – genau wie es bei Techno, dem Hip-Hop-Style oder Punk der Fall ist. In den 1980er Jahren kam ein Subgenre des Hardcore Punks auf. Der sogenannte „Emotional Hardcore“, kurz Emocore, zeigt sich gefühlsbetont und thematisiert Verzweiflung, Traurigkeit und Schmerz sowie zwischenmenschliche Tiefs. Pioniere dieser Musikszene waren Bands wie Embrace und Rites of Spring. Auch viele der heute angesagten Bands wie 30 Seconds To Mars, Bring Me The Horizon oder My Chemical Romance blicken auf Wurzeln in der Emo-Szene zurück.

Junge Frau im Emo-Style
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Mit dem Ende der 1990er Jahre löste sich die pure Mode immer mehr von der Zugehörigkeit zur tatsächlichen Musikszene. Spätestens durch das Aufkommen des Internets und der sozialen Medien ist Mode für Jugendliche und trendbewusste Erwachsene in zahlreichen Facetten und Inspirationen verfügbar. So mischen sich verschiedene Stilrichtungen zunehmend, sodass sich mit bloßem Auge durch einen Blick auf die Kleidung kaum mehr unterscheiden lässt, ob es sich um einen Emo handelt, um einen Goth, Punk oder einfach um eine Person, deren Kreativität sich in den modischen Anleihen verschiedenster Richtungen bedient.

Lust auf ein besonderes Outfit?

Schwarz ist wichtig, aber nicht zwingend ein Muss
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Nichts spricht dagegen, den typischen Emo-Style einmal auszuprobieren, wenn er dem eigenen Geschmack entspricht und sich Bezugspunkte zur individuellen Persönlichkeit finden. Optimal wäre natürlich, auch die Musikrichtung zu mögen. Denn eine völlige Trennung vom Ursprung vermittelt nur selten wahre Authentizität. Es ist, als würden Sie ein Bandshirt von Bon Jovi tragen, aber nicht wissen, wer Richie Sambora ist: Kann man machen, aber so richtig cool ist das nicht. Grundsätzlich ist natürlich immer erlaubt, was gefällt. Einsteiger sollten die folgenden zehn Kleidungsstücke oder Designs in ihren Kleiderschrank integrieren. Denn das sind die Key Pieces, die die Emo-Mode derzeit prägen.

T-Shirts nicht nur in Schwarz

Das wichtigste Kleidungsstück ist zweifelsohne das T-Shirt. Die bereits angesprochenen Bandshirts erfreuen sich dabei großer Beliebtheit – vorausgesetzt, es handelt sich um das passende Genre. Zudem kommen aber auch düster inspirierte Motive wie Totenköpfe in Frage. Auch ein Bandshirt kann durchaus passend sein, vor allem, um den eigenen Musikgeschmack zu unterstreichen und zu verkünden.

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In Sachen Farbwahl legt Schwarz immer schon einmal eine gute Basis für einen authentischen Style. Dabei lassen es eingefleischte Emos aber selten bewenden. Zumal sich die gesamte Subkultur aus der Vereinigung von Gegensätzen – emotional und hardcore zugleich – zusammenfügt, tun Sie gut daran, dies auch in Farben zu zeigen. Knallige Primärfarben oder Juwelentöne sind perfekt geeignet. Zu den beliebtesten Kombos gehört Schwarz und Pink. Weniger passend wären zarte Nuancen wie etwa Pastellfarben.

Bunte Haare sind gern gesehen
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Das Spiel mit den Gegensätzen drücken die Anhänger der Szene gerne durch die Mischung aus Süß und Böse aus. Als besonders niedlich geltende Prints der Jugendmode, wie etwa Hello Kitty oder andere kindliche inspirierte Designs, bekommen grimmige Totenköpfe oder Nieten und Leder zur Seite gestellt.

Outfit mit engen Jeans

Jenseits des T-Shirts trägt der moderne Emo Jeans, und zwar möglichst hautenge Hosen. Aktuell reichen diese gerne nur bis zum Knöchel und lassen markante Socken oder Netzstrümpfe darunter hervorblitzen. Röcke können sich in der femininen Emo-Mode weniger durchsetzen. Um harte Konzerte durchzustehen, ist schließlich eher ein bequemes Outfit gefragt. Wer dennoch nicht darauf verzichten möchte, wählt verspielte Modelle mit Rüschen, sogenannte Skaterröcke oder direkt Kleider.

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High Top Sneakers und Chucks

Natürlich darf auch das Schuhwerk nicht fehlen. Beliebte Schuhe sind Sneaker oder Chucks.  Vorwiegend handelt es sich um knöchelhoch geschnittene Modelle. Damen, die sich dennoch etwas mädchenhafter präsentieren möchten, können zu niedlichen Ballerinas greifen.

High Top Printable Canvas Shoe

Und was gehört sonst zum Emo-Style?

Kleider in A-Linie

Lockere fallende Kleider in unten ausgestellter A-Linie passen gut in den Look. Besonders beliebt sind T-Shirt-Kleider. Dazu einfach eine Leggings oder gerne etwas verschlissene Strumpfhosen kombinieren.

Stil der 70er-Jahre

Wenn Mode den Spirit der 70er Jahre verströmt, könnte sich das jeweilige Stück gut für den Emo-Style eignen. Die farbenfrohen und dramatisch angehauchten Designs sind sehr beliebt.

Accessoires runden das Emo Outfit ab
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Polka Dots

Große Punkte von mindestens einem Zentimeter Durchmesser auf unifarbenem Hintergrund dürfen keinesfalls fehlen. Sie gehören zu den absoluten Klassikern und sind für den Emo-Style, was der Hosenanzug im Bereich der Businessmode verkörpert. Wer sich noch nicht an ein größeres Stück mit Polka Dots herantraut, kann das Muster hervorragend über Accessoires oder Schuhe einbinden.

Schwarzes Leder

Mit vereinzelten Elementen aus schwarzem Leder oder Kunstleder lässt sich nichts falsch machen. Zum einen unterstreicht das Material den Look. Überdies geben Lederteile einem Outfit immer einen gewissen Pep und sind derzeit absolut in Mode für Jugendliche sowie trendbewusste Erwachsene.

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Karos und Streifen

Mit den richtigen Mustern wird jedes noch so schlichte Kleidungsstück aus der Casual Mode zum stimmigen Begleiter für den Emo-Look. Tops, Hoodies oder Hosen mit Schottenkaros oder allen erdenklichen Streifen-Variationen passen garantiert immer.

Accessoires nicht vergessen

Wie bei nahezu jeder modischen Stilrichtung werden Kleidungsstücke erst durch angemessene Accessoires zum wirklichen Style. Gerade in der detailverliebten Emo-Mode sind die ausdrucksstarken Begleiter unverzichtbar. So ist es möglich, die Basics relativ schlicht zu halten und mit markanten Accessoires aufzuwerten. Dazu zählen:

  • opulente Gürtel
  • Schweißbänder in den typischen Farben oder Mustern
  • Buttons für Jacken sowie Taschen und Rucksäcke
  • Patches, die sich im Handumdrehen auf die Jeans nähen lassen

Weitere Style-Tipps

Knallige Farbkontraste sind ebenfalls willkommen
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Wer den Look noch unterstreichen will, hat dafür zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung. Denn neben der Kleiderwahl vor allem Haare und Make-Up im Fokus. Allen voran ist ein langer Pony ohne Scheitel gefragt. Dieser wird seitlich frisiert, sodass er ein Auge verdeckt. Harte Haarfarben wie Pechschwarz oder Platinblond prägen den Look ebenso wie die Kombination mit Strähnchen in mindestens einer Knallfarbe.

Beim Schminken spielen die Augen die Hauptrolle. Mit starkem schwarzem Eyeliner umrandet ziehen sie die Blicke auf sich. Das sonstige Make-Up bleibt eher dezent, um das Hauptaugenmerk noch mehr auf die sprichwörtlichen Fenster zur Seele zu lenken. Übrigens ist das Tragen von auffälligem Lidstrich oder auch dunkel manikürten Nägeln nicht geschlechtsbegrenzt.

Herren dürfen hier ebenso zur Farbe oder eben zu Schwarz greifen wie die Damenwelt.

Von der Subkultur zur Moderichtung

Wer den Emo-Style interessant findet, kann den markanten Look mit wenigen Mitteln ausprobieren. Neben auffälligen T-Shirts gehören dazu vor allem spezielle Prints, zahlreiche Accessoires sowie ein dramatischer Auftritt von Haaren und Make-Up. Wer noch einschlägige Piercings wie Snakebites, Monroe oder Medusa ergänzt, setzt dem Look auch als Emo-Anfänger die Krone auf. Da die mit zahlreichen, meist unzutreffenden, Klischees belegte Subkultur heute vor allem zur kreativen Stilrichtung der Jugendmode avanciert ist, kann sie den Kleiderschrank absolut unverfänglich mit ihrer Ausdrucksstärke bereichern.