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Puffärmel: Alter Trend neu kombiniert

Seit dem letzten Jahr sind sie wieder da: Puffärmel gehören längst nicht mehr in Omas Kleiderschrank, sondern zählen zu den angesagtesten Looks 2021. Wem die voluminösen Ärmel besonders gut stehen und wie sich der Sommertrend auch an kühlen Tagen perfekt kombinieren lässt, das zeigen wir Ihnen hier. 

Die Renaissance der Puffärmel 

Bekanntlich erlebt in der Mode nahezu alles seine Renaissance: Die bauschigen Trendärmel stammen allerdings genau aus dieser Epoche. Damals wurden sie sowohl von Frauen als auch von Männern getragen. Heute hingegen drücken sie volle Weiblichkeit aus. Das ist seit ihrem letzten Revival in den 70er und 80er-Jahren der Fall. Herren halten sich lieber an Schulterpolster, um Jacken und Sakkos besseren Sitz zu verleihen und den Schulterbereich gekonnt zu betonen. Die Damenwelt kann nun wieder nach Belieben wechseln: zwischen diesem smarten Stil einerseits sowie herrlich romantisch wirkenden Puffärmeln auf der anderen Seite. 

Frau in Puffärmelkleid, Retro 1970er
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Denn seit dem Frühjahr und Sommer 2020 erlebt das Oberteil mit Puffärmeln ein fulminantes Comeback. Von der dezenten Bluse bis zur modischen Jeansjacke gehören sie zu den meist getragenen Teilen sowohl auf den Laufstegen als auch in Fashionblogs. Dafür zeichnet wahrscheinlich in erster Linie der allgemein gefeierte Retro-Trend verantwortlich. Aber in dem Look steckt auch über das Trendgeschehen hinaus wahrhaftes Potenzial – vorausgesetzt, es gelingt, die Puffärmel so zu kombinieren, dass sie zur eigenen Figur passen. 

Junge Frau in Puffärmel-Bluse
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So sieht der Sommertrend aus 

Durch eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Raffung des Stoffes im Bereich der Schulternaht zaubern die Designer Volumen. Dieses geht in eine rundliche Form über, wenn es am Bund kurzärmliger Stücke wieder fest zusammengenommen wird. Es kann aber auch in weich fließender Form auftreten, wenn es sich um lange, weite oder eher glockenförmige Ärmelverläufe handelt. In welcher Variante sie sich auch zeigen: Die Statement-Ärmel haben die Oberbekleidung in dieser Saison – und wahrscheinlich auch noch in einigen weiteren – fest im Griff. Neben dem einfachen Oberteil mit Puffärmeln kommt der Sommertrend noch bei zahlreichen weiteren Stücken zum Einsatz: 

Besonders gut kommt der aufgebauschte Style an Stoffen zur Geltung, die mehr Festigkeit mitbringen. So hat der Ärmel einen schönen Stand. Leichte Materialien wie soft fließende Viskose schwächen die Fülle etwas ab und sorgen für eine dezentere Ausführung des Trends. Das kommt einigen Figurtypen entgegen. 

Junge Frau in sommerlicher Puffärmel Bluse
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Puffärmel kombinieren für jede Figur 

„Ade“ nackte Schulter, „Hallo“ voluminöser Ärmel: So könnte das Motto für die warme Saison lauten. Denn was einst die vielen Varianten schulterfreier Designs waren, ist jetzt das Oberteil mit Puffärmeln. Deutlich geht jedoch hervor, dass die weibliche Schulterpartie absolut im Fokus steht. Darin liegt durchaus ein gewisser Vorteil in Sachen optische Figurformung. Denn der markante obere Bereich lässt die Taille umso schmaler wirken. Die Silhouette verläuft in einer sanften V-Form. Daraus lässt sich leicht die Illusion einer Sanduhrfigur erzeugen – sofern Sie sich das wünschen. Aber völlig unkompliziert sind Puffärmel nicht zu kombinieren. 

Frauen, die ohnehin ein eher breites Kreuz haben, möchte eventuell nicht noch zusätzliches Volumen hinzugewinnen. Das sind meist Figurtypen, die als V oder H bezeichnet werden. Wer hingegen profitiert, sind alle mit schmaleren Schultern, also die A- oder Birnentypen. Hier entsteht ein schöner Ausgleich zum etwas kräftigeren Unterkörper. Die gute Nachricht lautet jedoch: Tragbar ist der Modetrend für alle, denen er gefällt. 

Junge Frau mit Bluse, Puffärmel
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Breite Schultern und Puffärmel kombinieren 

Während Frauen mit schmalem Schulterbereich nach Herzenslust aus dem Vollen schöpfen und die auffälligsten Bauschärmel problemlos tragen können, schauen alle mit entgegengesetztem Figurtyp beim Einkaufen und anschließenden Kombinieren einfach etwas genauer hin. Hier ist es hilfreich, das Oberteil in eher dunklen, gedeckten und vor allem matten Farben zu halten, um kein unerwünschtes Volumen zu ergänzen. Zusätzlich suchen Sie sich einfach Schnitte mit moderater Bauschung aus. Als Gegenstück kann ein helles und markantes Unterteil, etwa eine weiße Jeans für die nötige Balance sorgen. V-Typen erzielen so einen ausgewogenen Look, während die sehr gerade gebauten H-Typen sich sogar schöne Kurven zaubern können. Das gelingt besonders, wenn das Oberteil in der Taille schmal zuläuft. 

Statement-Ärmel an kühleren Tagen 

Tatsächlich wirkt der Look wie der Inbegriff des Sommers. Aber auch wenn die Sonne einmal nicht strahlt oder wenn die warme Saison bereits wieder vorbei ist, müssen die Blusen, Tops und Kleider mit der romantischen Ärmelpartie nicht im Schrank verschwinden. Mit einer leichten Jeansjacke etwa behält das Oberteil seinen zart femininen Stil – selbst wenn die gebauschten Schultern gerade nicht zu sehen sind. Wichtig ist lediglich, eher großzügige geschnittene Jacken und Mäntel zu wählen. Unter der typischen engen Leder- oder Jeansjacke aus festem Material hingegen würde sich der voluminöse Stoff unangenehm stauen. Alternativ lässt sich der Sommertrend in kühle Tage integrieren, indem Sie einfach direkt auf Jacken und Mäntel in dem angesagten Style setzen. 

Auch als Stoffjacke machen sich die Puffärmel gut
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Romantik pur oder bewusster Stilbruch – Kombitipps 

Ein typisches Einsatzfeld für ein Oberteil mit Puffärmeln ist das Dirndl. Ebenso wie bei dem traditionellen Kleidungsstück geht mit dem bauschigen Ärmel immer ein sehr junger, mädchenhafter Eindruck einher. Das lässt sich nach Belieben noch weiter durch verwandte Stile betonen, etwa mit Blumenprints, weit schwingenden Röcken oder zarten Farben. Wer es lieber kontrastreich mag, kann die Trendärmel allerdings ebenso mit sportlich-rockigen, geradlinigen-souveränen oder sogar maskulin angehauchten Stücken kombinieren. So entsteht ein etwas mysteriöseres, nicht ganz so eindeutiges Gesamtbild. 

Sportlich 

Jeans, Sneaker und eine coole Bikerjacke zum gebauschten Ärmel brechen den verspielten Look modisch auf. Anstelle der Lederjacke sieht auch eine Jeansjacke zusammen mit einer angesagten Lederhose toll dazu aus. Kleider mit Puffärmeln lassen sich durch etwas derbere oder sportliche Schuhe lässiger stylen. 

Junge Frau in Puffärmelbluse und Jeanshose
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Souverän 

Damit der Sommertrend für den Auftritt im Büro nicht zu mädchenhaft wirkt, sollte das sonstige Outfit zur gebauschten Bluse eher geradlinig bleiben: etwa die Nadelstreifenhose zur hellen Bluse mit den Trendärmeln, dazu eine elegante Frisur und filigraner Schmuck. 

Androgyner Stilbruch 

Wer gerne mit verschiedenen Stilen spielt, kann Teile zum Trendlook kombinieren, die aussehen wie vom Liebsten ausgeliehen. Lässige Jeans im Boyfriend-Style sorgen für einen spannenden Kontrast zum romantischen Oberteil, auch etwas massiverer Schmuck oder toughe Combat-Boots können toll dazu aussehen. 

Dos & Don’ts – richtig stylen leicht gemacht 

Bei aller Freiheit des eigenen Geschmacks hilft die folgende Checkliste, modische Fettnäpfchen zu vermeiden. Stattdessen lassen sich Puffärmel so kombinieren, dass sie die eigene Figur und den persönlichen Stil perfekt unterstreichen. 

Junge sexy Frau mit Puffärmel-Hemd
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Dos 

  • Taille betonen, damit das Auge eine kurvige Silhouette wahrnimmt 
  • Crop Tops mit Puffärmeln zu hoch geschnittenen Hosen und Röcken tragen 
  • Blusen und Oberteile in Schwarz oder aufregenden Modefarben wählen, um nicht zu folkloristisch zu wirken 
  • In Kombination mit weitschwingenden Midiröcken ist die kurz geschnittene Jeansjacke mit gerafften Ärmeln oder ein entsprechendes Top eine gute Idee 

Don’ts 

  • Nur weite Unterteile hinzufügen, wenn das Top am Oberkörper eher eng anliegt – sonst erkennt das Auge keine Figur mehr 
  • Weite Oberteile zu engen Hosen und Röcken tragen 
  • Den Puffärmelschnitt zu opulenten Materialien wie Brokat sowie Retro-Mustern vermeiden, um keinen altbackenen Look zu kreieren 
  • Handtaschen auf Hüfthöhe oder in der Hand tragen, damit im Armbereich nicht zu viel auf einmal passiert.