Draußen wartet so ein typischer wechselhafter Tag: morgens angenehme klare Luft, und dann zieht aus dem Nichts ein Schauer auf. Im Kleiderschrank hängen zwei sportliche Jacken nebeneinander, die eine aus Softshell, die andere aus Hardshell. Beide versprechen Schutz vor Wind und Wetter und sehen sich auf den ersten Blick ähnlich. Trotzdem taugen sie für ganz verschiedene Situationen. Wo der Unterschied liegt und welche Jacke Sie an welchem Tag begleiten sollte, klären wir in unserem Ratgeber.
Softshell vs. Hardshell – so unterscheiden sich die Jacken
Der Kern ist schnell erzählt. Die weiche Variante setzt auf Beweglichkeit und Atmungsaktivität, hält Wind und leichten Niesel ab und fühlt sich dabei angenehm warm an. Die harte Schale dagegen ist wirklich wasserdicht und lässt auch stundenlangen Regen abperlen, ohne dass ein Tropfen durchdringt. Der Unterschied steckt vor allem im Material und im Aufbau der Jacken, und das bestimmt, wann welches Modell die bessere Wahl ist.
Die Softshell-Jacke: Der bewegliche Allrounder
Fassen Sie den Stoff der Softshell-Bekleidung einmal an, und der Name ergibt sofort Sinn: außen glatt und robust, innen oft mit einer flauschigen Fleeceschicht, die an einen Lieblingspullover erinnert. Genau diese Innenseite hält den Körper warm, während das Gewebe zugleich dehnbar bleibt und jede Bewegung mitmacht. Nichts raschelt, nichts spannt, und so eine Jacke tragen Sie den ganzen Tag, ohne sie überhaupt zu bemerken.
Praktisch wird es, sobald das Wetter ein bisschen ungemütlich wird. Für den Weg zur Arbeit, den Spaziergang mit dem Hund oder den Bummel über den Wochenmarkt reicht der Schutz von Softshell locker aus. Eine Softshelljacke mit Kapuze fängt einen kurzen Guss problemlos ab, und als leichte Softshell Regenjacke lässt das Material Nieselregen einfach abperlen.
Wird es kälter, springt eine gefütterte Softshell Winterjacke ein, die an trockenen Frosttagen sogar die dicke Daunenjacke ersetzen kann. Beim Wandern oder Radeln überzeugt der weiche Stoff mit derselben Mischung aus Wärme und Luftigkeit, im Alltag aber ganz genauso.
Hardshell-Jacken als Begleiter bei Dauerregen und Kälte
Wenn der Himmel richtig aufdreht und der Regen stundenlang fällt, kommt der Moment der harten Schale. In das Gewebe der Hardshelljacken ist eine leistungsstarke Membran eingearbeitet, die von außen keinen Tropfen durchlässt, den Wasserdampf von innen aber entweichen lässt.
Verschweißte Nähte, eine Leiste über dem Reißverschluss und ein dicht schließender Kragen sorgen dafür, dass auch an den heiklen Stellen nichts eindringt. Woran sich die beiden Jackentypen unterscheiden, merken Sie hier sofort.
An kalten, nassen Tagen wird die harte Schale sogar zur Winterjacke: einfach eine wärmende Lage darunter, und schon trotzen Sie Schneematsch und eisigem Wind. Wasserdichte Modelle finden Sie auch häufig unter den Namen wasserdichte Systemjacken. Der Unterschied zum weichen Softshell-Allrounder wird dabei schnell greifbar: Je robuster der Wetterschutz, desto weniger Luft lässt das Material durch. Bei schweißtreibenden Aktivitäten macht sich das bemerkbar.
Beide Systemjacken clever kombinieren
Warum sich überhaupt festlegen? Die beiden Systemjacken ergänzen sich glänzend. Das bewährte Zwiebelprinzip bringt ihre Stärken zusammen: Sie ziehen die weiche, wärmende Softshell-Lage direkt an und packen die wasserdichte Hardshelljacke nur dann darüber, wenn es wirklich schüttet. Diese Kombination hält Sie trocken und warm zugleich, ohne dass Sie ins Schwitzen geraten.
Das Gute: Sie müssen nicht gleich zwei Kleidungsstücke kaufen. Es gibt 2-in-1-Modelle oder sogar 3-in-1-Jacken – atmungsaktive, wärmend und wind-sowie-wassergeschützt zugleich.
Trotz aller Unterschiede schließen sich die beiden Modelle also nicht aus. An vielen Herbsttagen genügt die weiche Lage allein – erst wenn der Regen länger anhält, kommt die zweite Schicht dazu.
Soft- und Hardshell-Kleidung richtig pflegen
Damit der Wetterschutz lange hält, brauchen beide Materialien etwas Aufmerksamkeit. Waschen Sie die Softshell- und Hardshelljacken nur bei niedriger Temperatur und mit einem speziellen Funktionswaschmittel. Normales Vollwaschmittel und Weichspüler setzen die feinen Poren der Membran zu und nehmen dem Stoff seine Fähigkeiten.
Nach ein paar Wäschen lohnt sich eine frische Imprägnierung, damit das Wasser wieder sauber abperlt. Zum Trocknen hängen Sie die Jacke luftig auf und meiden die pralle Sonne, denn UV-Strahlung bleicht die Farben mit der Zeit aus.
Gerade robuste Winterjacken danken es Ihnen, wenn Sie sie richtig behandeln. Wie das im Detail funktioniert, lesen Sie in unserem Ratgeber Winterjacke waschen. So bleiben Ihre Lieblingsstücke über viele Saisons hinweg zuverlässig.
Welche Jacke passt zu Ihnen?
Am Ende ist es keine Entweder-oder-Frage. Für die allermeisten Tage zwischen Herbstwind und Aprilregen reicht die weiche, bequeme Softshell-Variante völlig aus. Kündigt sich echter Dauerregen und eisige Temperaturen an, greifen Sie zur wasserdichten Hardshell oder ziehen sie einfach über Softshell-Modell. So klein der Unterschied im Regal wirkt, so deutlich zeigt er sich beim ersten Schauer. Schauen Sie also kurz aus dem Fenster, überlegen Sie, was Sie heute vorhaben, und die Wahl trifft sich fast von allein.
Häufige Fragen zu Softshell vs. Hardshell
Sind Softshelljacken wasserdicht?
Nein, klassische Modelle sind wasserabweisend, aber nicht wasserdicht. Sie halten Nieselregen und kurze Schauer zuverlässig ab, weil das Wasser an der Oberfläche abperlt. Bei stundenlangem Regen dringt jedoch irgendwann Feuchtigkeit durch. Für garantiert trockene Stunden greifen Sie zur wasserdichten Hardshelljacke.
Was ist wärmer: Softshell oder Hardshell?
In aller Regel die weiche Softshelljacke. Ihre aufgeraute, oft fleecige Innenseite speichert Körperwärme, während die harte Schale vor allem vor Nässe schützt und selbst kaum isoliert. An kalten Tagen trägt man die Regenschale deshalb meist über einer wärmenden Lage.
Was bedeutet die Wassersäule bei einer Regenjacke?
Die Wassersäule gibt an, wie viel Wasserdruck ein Stoff aushält, bevor er durchlässig wird, gemessen in Millimetern. Ab 1.300 Millimetern gilt ein Material als wasserdicht, viele Regenjacken liegen bei 5.000 Millimetern und mehr. Je höher der Wert, desto länger bleiben Sie im Regen trocken.
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